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Vom Leben und vom Sterben

Vom Leben und Sterben

Früher - Früher war alles besser! - Kennen Sie doch auch, oder? Liebe Leserin, lieber Leser? Gehören Sie etwa gar auch zu denen, die oft genug so argumentieren? Denn meistens finde ich stimmt es nicht. Ist es nur eine Illusion dieses "früher war alles besser". Nur in einem Fall würde ich nicht widersprechen und zwar was Sterben und Tod betrifft.

Ich glaube, es ist tatsächlich wahr, dass man früher "besser" gestorben ist. Besser, weil man sein ganzes Leben mit dem Tod gelebt hat. Er gehörte sozusagen dazu - zum Leben. In vielen Häusern lag der gerade verstorbene noch im Wohn- oder Schlafzimmer und die Freunde und Verwandten konnten von ihm Abschied nehmen und es wurden auf diese Art und Weise immer wieder sanft darauf hingewiesen, dass auch sie einmal diesen Weg gehen werden.

Manchmal, wenn ich mich über etwas ganz furchtbar geärgert habe oder andere Arten von Sorgen mein Herz bedrücken, stelle ich mir manchmal die Frage was denn wäre, wenn ich nur noch einen Tag zu leben hätte. Wie klein und nichtig doch dadurch der Ärger und die Sorgen gleich werden.

Eigentlich schade, liebe Leserin, lieber Leser, dass wir meistens nur auf diese trickreiche Art oder in ganz gewissen wenigen Momenten Leben und Tod so nah beieinander empfinden. Nur Menschen, die schon mal todkrank waren und ins Leben zurückgekehrt sind, schaffen es, Tod und Leben als einen Gedanken zu sehen, als etwas was unlösbar zusammengehört. Liebe Leserin, lieber Leser - was meinen Sie wie lustvoll wir jeden Augenblick unseres Lebens genießen und leben könnten - voll und ganz - wenn wir daneben auch den Tod zuließen.

Probieren Sie es doch einfach mal. Gehen Sie ganz bewusst mit dem Gedanken um, dass Sie irgendwann sterben werden. Ja. Und damit Sie gut sterben können, genießen Sie das Leben voll und ganz. Und wenn in ihrer nächsten Umgebung jemand gestorben ist, gehen Sie hin zu den Trauernden und sprechen Sie mit ihnen. Sagen Sie eben nicht "ach was soll ich denn sagen" - und zwar beiden. Dem Trauernden und auch Ihnen. Denn der Tod lebt immer mit uns mit.

Seit ich mich für die Hospizbewegung engagiere, merke ich immer wieder, wie viele Menschen das Bedürfnis in sich tragen über das Thema Tod zu sprechen, es nicht auszuklammern. Nur ist oft genug in unserer Gesellschaft keine Möglichkeit dafür vorhanden. Und leider sind auch die selbstverständlichen Rituale verschwunden. Die Menschen sterben förmlich heimlich. Keiner kleidet sich mehr bewusst schwarz um seine Trauer nach außen zu tragen, andere dadurch sanft darauf hinzuweisen, dass wir nicht ewig leben. Viele kleine Zeichen dieser Art sind aus unserem täglich gelebten Bild verschwunden und entfernen uns den Tod immer mehr.

Mit einem inneren Lächeln denke ich an einen jungen Taxifahrer zurück der mich ins RBB-Studio fuhr und dem ich erzählte, dass ich dort in einer Sendung über die Hospizbewegung sprechen werde. "Au ja" rief er aus "das ist gut". Und erzählte mir förmlich übersprudelnd seine Gedanken zu diesem Thema. Offenbar hätte er gerne öfter und selbstverständlicher auch in seinem persönlichen Umfeld darüber gesprochen. Und so geht es vielen.

Das Projekt Kompetenzzentrum Palliative Geriatrie hat wunderbarerweise auch einen jungen, optimistischen äußerst lebendigen Leiter an ihrer Spitze: Dirk Müller. Bewundernswert auch wenn man bedenkt, wie vielen Menschen er schon mit Rat und Tat zur Seite stehen konnte. Und weil das so ist und man tagtäglich sehen kann, wie das Projekt gebraucht wird und wie wichtig es ist, die Hospizarbeit des UNIONHILFSWERK auch finanziell zu unterstützen damit weiter geholfen werden kann, setze auch ich mich bereits seit Jahren dafür ein.

Vielleicht schaffen wir es ja alle zusammen, liebe Leserin, lieber Leser, zu leben mit allem was dazu gehört.

Viel Kraft, Fröhlichkeit und Lebendigkeit wünsche ich Ihnen und mir dazu.

Machen Sie´s gut! 

Ihre Ursela Monn

Internetseite: https://www.ursela-monn.de

12. Fachtagung Palliative Geriatrie & Ball zur AltersHospizarbeit

Das ist doch kein Leben! Warum Palliative Geriatrie nicht nur im Sterben hilft.

am 6. Oktober 2017 ab 20:00 Uhr im Ballhaus Berlin!

KPG (Berlin), IFF (Wien) und Zentrum Schönberg (Bern) kooperieren

Wir setzen die Handlungsempfehlungen um.

Podiumsdiskussion unter Beteiligung des KPG am 11.05.2017 in Berlin

Großes Interesse an "tour de palliativ", Letzte-Hilfe-Berlin-Kurs, Lesung, Musik, Filmpremiere...

KPG legt Abschlussbericht vor.

Uni Augsburg verlängert Beteilligungszeitraum

Nächster Kurs vom 10.03. bis 08.10.2017 für Berlin-Charlottenburg, Kreuzberg, Treptow-Köpenick

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