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Abgeordnetenhaus von Berlin

Besprechung zur Palliativversorgung in Senioren- und Pflegeheimen

 

Auf Antrag der CDU-Fraktion des Abgeordnetenhauses von Berlin diskutierte der Ausschuss für Integration, Arbeit, Berufliche Bildung und Soziales am 18. September 2008 den „Stand der Palliativversorgung in Berliner Senioren- und Pflegeheimen“.

 

Die Antrag stellende Fraktion stellte fest, „dass Sterben zur menschlichen Existenz gehöre und neun von zehn Menschen zu Hause sterben wollen“. Tatsächlich sieht die Situation leider anders aus. Viele in Heimen lebende Menschen hätten „Angst vor Beziehungslosigkeit“. In den Einrichtungen müsse offener über Sterben, Tod und Trauer geredet und ein Leben bis zuletzt gestaltet werden. Eine würdevolle Begleitung in den Tod, eine menschenwürdige Verabschiedung Verstorbener, eine respektvolle Begleitung Hinterbliebener und die Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter sei wünschenswert.

 

Die Senatorin Heidi Knake-Werner unterstütze das Anliegen und bestätigte die Wichtigkeit des Themas. „Die Sterbebegleitung in den Pflegeeinrichtungen müsse weiterentwickelt werden“, so Frau Knake-Werner. Jeder Mensch habe einen Anspruch auf würdevolle Begleitung. Dies sei auch Aufgabe der Pflege und bedürfe organisatorischer Anstrengungen. Gleichzeitig verwies die Senatorin auf schwierige Rahmenbedingungen in der Altenpflege: „Vieles, was wünschenswert sei, passiere häufig aber nicht“. Dieses sei auch auf eine Überforderung der Handelnden zurückzuführen. Angehörige träfen manchmal leider die unkluge Entscheidung, einen sterbenden Menschen am Lebensende noch einmal in die Klinik zu geben.

Die Senatorin verwies in ihren Ausführungen auf das bereits in Berlin Geleistete: Das Thema werde seit 2000 intensiv diskutiert. Sie würdigte die Aktivitäten des UNIONHILFSWERK, das mit dem Projekt „Kompetenzzentrum Palliative Geriatrie“ vieles leistet, z. B. Fachtagungen und Qualifizierung von Mitarbeitern. Auch der Arbeitskreis Palliative Pflege Berlin leiste einiges, z. B. im Rahmen der Infobörsen, die das Thema regelmäßig aufgreife.

Woran hackt es? Festzustellen ist, dass der qualifizierten Palliativversorgung nicht ausreichend Rechnung getragen wird. Die heimärztliche Versorgung müsse stärker ausgebaut werden, ebenso die palliativmedizinische Qualifizierung dieser Berufsgruppe. Seit 2007 greift die Gesundheitsreform und damit auch der Rechtsanspruch auf eine qualifizierte Palliativversorgung. Es gelte den Anspruch auf die sog. Spezialisierte Versorgung umzusetzen und darüber nachzudenken, wie Palliativteams in Einrichtungen wirken können. „Der Runde Tisch Hospiz- und Palliativversorgung im Land Berlin beschäftige sich derzeit mit diesem Thema, Ergebnisse seien in ansehbarer Zeit zu erwarten“, so die Senatorin.

 

Eine Vertreterin der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen begrüßte das Anliegen dieses Thema im Ausschuss zu erörtern: „Die Altenpflege müsse alte Menschen begleiten, besonders am Lebensende.“ Ihre Praktikumserfahrungen in einem Berliner Krankenhaus lasse sie jedoch feststellen, dass das die Erfüllung des Bedürfnisses nach Begleitung auf der Strecke bleibe.

Nach ihrer Meinung „mache das UHW eine vorbildliche Arbeit“. Es stelle sich die Frage, wie hier gemachte Erfahrungen auch anderen zugänglich gemacht werden können. Auch sei die Kooperation zwischen Pflegeheimen und Hospizdiensten zu unterstützen.

 

Eine PDS-Abgeordnete stellte ebenso fest, dass viele Pflegebedürftige im Krankenhaus nicht optimal versorgt würden. Sie verwies auf positive Beispiele in Pflegeeinrichtungen, z.B. in Köpenick und Lichtenberg.

 

In Ihren Ausführungen verwies die Senatorin auf die Notwendigkeit in Einrichtungen die palliative Basisversorgung zu stärken. Es bedürfe geeigneter Konzepte. Auch seien Fragen der Abschiedskultur in die Qualitätskriterien aufzunehmen. Es brauche mehr Transparenz. „Die schwarzen und weißen Schafe sollten benannt werden.“

 

 

Anmerkung des Autors:

Das Projekt „Kompetenzzentrum Palliative Geriatrie“ unterstützt das Anliegen der Berliner Politik, die palliative Versorgung hochbetagter Menschen am Lebensende zu verbessern und zeigt Möglichkeiten und Erfahrungen auf.

 

 

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