UNIONHILFSWERK Palliative-Geriatrie
 
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Palliative Geriatrie im UNIONHILFSWERK

Projekte zur Palliativen Geriatrie in Pflegewohnheimen gestartet

 

Pflegeheime beherbergen immer mehr kranke, von Demenz betroffene und sterbende Menschen. Der Sterbezeitraum nimmt gleichzeitig einen immer größeren Anteil ihres Aufenthalts ein. Es stellt sich die Frage, wie dem Bedürfnis der hier lebenden Menschen nach einer guten Lebensqualität in den letzten Monaten, Wochen und Tagen, ein Sterben in Würde begegnet werden kann. Hospizkultur und Palliative Care sind geeignete Ansätze, mit der sich verändernden Situation besser umzugehen. 

Die Pflege und Begleitung Hochbetagter erfordert ein erweitertes Verständnis der Palliative Care sowie einen „Spagat“ zwischen Leben und Tod, zwischen Geburtstagsfeier und Liederabend einerseits, und Pflegebedürftigkeit und Sterbebegleitung andererseits. Palliative Care für alte Menschen muss hierauf eigene Antworten finden. Das gelingt durch einen Betreuungsansatz, der sowohl kurative als auch palliative Maßnahmen vereint und sich immer mehr zugunsten palliativer Maßnahmen verschiebt. Leitlinie ist der Erhalt von Lebensqualität. Einem Ansatz, der häufig mit „Palliativer Geriatrie“ beschrieben wird. Vorraussetzung dafür ist das aktive Mitwirken und eine offene Kommunikation aller an der Versorgung Beteiligten. Das „Sicheinlassen“ auf die alten Menschen und deren Nahestehenden bildet deren Basis. Es gilt, deren Welt zu respektieren und ihre Sprache zu sprechen. Schmerztherapie und eine gute Pflege sind wesentliche Eckpfeiler des palliativgeriatrischen Ansatzes. Begleitende Angebote, wie Musik- oder Tiertherapie ergänzen ihn. Es geht um eine gelebte Lebens- und Sterbekultur im Heim.

Jedoch fällt die Palliative Geriatrie nicht einfach „vom Himmel“, sondern muss Teil eines Entwicklungsprozesses sein. Es bedarf dabei großer Bildungs- und Reflexionsanstrengungen. Gemeinsames Lernen und Sprechen stehen im Vordergrund. Dies gelingt besonders gut im Rahmen von Projektarbeit. Ziel ist es, die Heimabläufe und Handlungen konsequent an den Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner zu orientieren und die sie betreffenden Entscheidungen im kontinuierlichen Austausch zwischen allen Beteiligten zu treffen. Eine Kultur gemeinsamer, berufsübergreifender und entlastender Zusammenarbeit, die die Beteiligung und Teilhabe aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewährleistet, ist das langfristige Ziel. Das müssen Leitungen und Träger verlässlich unterstützen.

Das UNIONHILFSWERK arbeitet mit seinem Kompetenzzentrum Palliative Geriatrie (KPG) bereits seit 2004 an diesem Thema und verfolgt verschiedene nach innen und außen gerichtete Projekte und Aktivitäten. Ein Meilenstein der internen Entwicklung war die Klausur der Pflegeheime im November 2011, auf der eine verbindliche und langfristige Umsetzung der Palliativen Geriatrie in allen fünf Pflegewohnheimen verabredet wurde. Im Ergebnis starteten individuelle Projekte, die mit Projektgruppen verschiedene Themen bearbeiten.

Im Pflegewohnheim „Dr. Günter Hesse“ steht die Erhöhung der Lebensqualität durch eine bessere schmerzärztliche Versorgung im Vordergrund. Unter dem Motto „Hand in Hand – gemeinsam stark. Wie kommen wir zu guten Entscheidungen?“ widmet sich das Pflegeheim „Am Plänterwald“ der Verbesserung des kommunikativen Miteinanders aller Beteiligten im Haus. Ein Team im Pflegewohnheim „Alt Treptow“ will die Beteiligung von Angehörigen und Nahestehenden und eine gute Zusammenarbeit voranbringen. Das Pflegeheim „Altglienicke“ widmet sich der persönlichen Trauer von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und entwickelt Ideen, wie dem seelisch belastenden Aspekt in der Arbeit mit alten und sterbenden Menschen gut begegnet werden kann. Das Pflegewohnheim „Stallschreiberstraße“ stellt sich die Frage, wie das in Fortbildungen erworbene Wissen alle im Haus tätigen haupt- und ehrenamtlich Tätigen besser erreicht.

Pflegeheime und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bereits wichtige Akteure in der Versorgung pflegebedürftiger und sterbender Menschen. Das UNIONHILFSWERK hat sich als einer der wenigen Träger auf die Fahne geschrieben, die Palliative Geriatrie langfristig einzuführen. Die Projekte in den Heimen helfen, ins Gespräch zu kommen, von einander zu lernen und letztlich positive Erfahrungen in allen Pflegeheimen zu berücksichtigen. Hiervon profitieren alle: Die in den Heimen lebenden und arbeitenden Menschen und unsere Zivilgesellschaft.

Kontakt

Weitere Informationen

  • Hier finden Sie einen Film zur Palliativen Geriatrie.
  • Hier finden Sie weitere Informationen zu den Pflegeangeboten im UNIONHILFSWERK.
 

Projekte zur Palliativen Geriatrie in Pflegewohnheimen gestartet

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